Urlaub auf dem Rennsteig im Thüringer Wald

Wer Rennsteig hört, der denkt sofort an einen der bekanntesten Wanderwege in Deutschland, den Höhenweg im Thüringer Wald. Die Strecke verläuft auf 168 km von Hörschel (bei Eisenach) bis nach Blankenstein. Wanderer und Radfahrer sind gleichermaßen begeistert von der Schönheit der Natur und der Freundlichkeit der Menschen in den angrenzenden Orten. Auch im Winter wird der Rennsteig intensiv zum Skilanglauf genutzt, dank bestens präparierter Loipen. In den letzten Jahren hat das Wandern auf dem Rennsteig immer mehr an Popularität gewonnen. Während man sich in vielen deutschen Mittelgebirgen und den Alpen sowieso beim Wandern regelrecht auf die Füße tritt, kann man im Thüringer Wald noch Ruhe und Erholung finden. Auf vielen Passagen des Weges ist man alleine unterwegs oder begegnet nur ab und an anderen Wanderern. Die abwechslungsreiche Landschaft führt durch Nadel- und Mischwälder, vorbei an blühenden Wiesen und bietet oft Aussichtspunkte mit Fernblick auf die Täler und Berge des Thüringer Waldes. Da der Weg die meiste Zeit auf dem Kamm des Gebirges verläuft und nur die Auf- und Abstiege etwas Kondition fordern, eignet er sich für Jung und Alt.

Schild Rennsteig bei Hörschel
Buchenwald auf dem Inselsberg

Der Rennsteig bietet Ihnen:

  • urige Gasthäuser zum Einkehren mit Thüringer Küche
  • gut ausgebaute und beschilderte Wander- und Fahrradwege
  • Aussichtstürme und Rastplätze zum Verweilen
  • Malerische Fachwerkhäuser in den umliegenden Ortschaften
  • eine Vielzahl an Pensionen und Unterkünften entlang des Weges
  • eine vielfältige Flora und Fauna

Die erste urkundliche Erwähnung des Weges war im Jahr 1330, wobei der heutige Streckenverlauf auf einen preußischen Offizier zurückgeht, der die Strecke von 168 km in 5 Tagen bewältigte. Für Sportenthusiasten, die Herausforderungen im Urlaub suchen, ist die Strecke sicherlich in 6 Tagen zu bewältigen, wobei dann bis zu 34 km pro Tag zurückgelegt werden müssen. Entspannte Wanderer können es gemächlich angehen lassen und während der gemütlichen 8 Tage-Tour die Schönheit des Höhenweges erkunden. Entlang des Weges bietet das weiße „R“ Orientierung. Auffallend sind die vielen historischen Grenzsteine entlang des Weges, stille Zeugen der alten Landesgrenzen. Im Folgenden informieren wir Sie über Sehenswertes entlang des Weges.

Beim Wandern werden Sie öfter „Gut Runst“, den Rennsteiggruß hören. „Runst“ ist abgeleitet von rennen. Die anderen Wanderer wünschen Ihnen also gutes Rennen, laufen, einen guten Weg. Erwidern Sie den Gruß, denn jeder auf dem Rennsteig ist ein „Renner“, auch wenn die meisten eher gemütlich unterwegs sind.

Der Rennsteig: Hörschel – Eisenach – Inselsberg

Bevor man in Hörschel losläuft, sollte man, nach alter Tradition, folgenden Ratschlag befolgen: „Wanderer halt‘ ein. Trag nach alter Sitte einen Stein zur Saale, bitte!“ Während des nun beginnenden Anstieges bieten sich immer wieder fantastische Ausblicke auf die Natur in der Umgebung und bald auch in der Ferne auf die Wartburg. Ein Ausflug in die Drachenschlucht und weiter nach Eisenach lohnt auf jeden Fall. Der etwas fordernde Aufstieg zum Inselsberg verläuft durch Buchenwälder, an dessen Ende man mit einer herrlichen Aussicht belohnt wird. Bei gutem Wetter kann man von hier die Ausläufer der Rhön und sogar den Brocken im Harz sehen. Auf dem Gipfel des Berges verlief einst die Grenze zwischen Preußen und Sachsen. Heute gehört der ganze Berg zum Bundesland Thüringen. In einer Ausflugsgaststätte kann man sich von Strapazen des Aufstiegs erholen. Wer zur Abwechslung etwas Nervenkitzel sucht, kann den Funpark Inselsberg aufsuchen und die Sommerrodelbahn nutzen oder aber den 17 m hohen Aussichtsturm als Kletterwand nutzen. Kinder und Ungeübte ziehen am besten die etwas kleinere Boulderwand vor.

Schutzhütte auf dem Rennsteig

Schutzhütte am Rennsteig

Ausblick vom Inselsberg

Ausblick vom Inselsberg

Bergsee bei Ebertswiese

Bergsee bei Ebertswiese

Der Rennsteig: Oberhof – Großer Beerberg – Schmücke

Durch Tannenmischwälder schlängelt sich der Weg weiter vorbei am „Dreiherrenstein am Hangweg“. Unterwegs gibt es viele Möglichkeiten einzukehren oder sich an einem Bergsee die Füße zu kühlen. In und um Oberhof finden sich viele Strecken, die gut asphaltiert sind. Hier trainieren in den Sommermonaten die Wintersportler. In Oberhof sollte man auch die Möglichkeit nutzen, eine echte „Thüringer Rostbratwurst“ zu probieren. Dieser kleine Snack der Thüringer gibt Ihnen genug Kraft für das Weiterwandern. Für Sportbegeisterte hat Oberhof einiges zu bieten. In der DKB-Skisporthalle kann man ganzjährig Langlauf trainieren und auch ein Wellnessbad bietet viele Möglichkeiten der Entspannung. Informationen liefert die Touristeninformation im Ort. Direkt am Weg liegt auch der „Rennsteig-Garten“, ein botanischer Garten mit über 4000 Pflanzen aus der ganzen Welt. Der höchste Punkt des Thüringer Waldes, der „Große Beerberg“ (982 m NN) bietet eine überwältigende Fernsicht. Im weiteren Verlauf des Weges gibt es viele, auch befestigte Aussichtstürme, Unterstände und Sitzgelegenheiten. Die Schmücke, höchstgelegene Siedlung des Thüringer Waldes, war schon in der Frühen Neuzeit ein bekannter Wirtshausplatz. Auch heute gibt es noch ein Gasthaus an diesem Ort.

Der Rennsteig: Bahnhof Rennsteig – Friedrichshöhe – Dreistromstein

In typischer Bauweise und dunkel geschiefert wirkt der Bahnhof Rennsteig wie ein Relikt aus vergangenen Tagen. Gebaut im Jahr 1906 ist der Bahnhof heute immer noch in Betrieb und wird für Nostalgiefahrten genutzt. Wenn man Glück hat, kann man sogar eine alte Dampflok die Strecke befahren sehen. Im Bahnhofsgebäude befindet sich heute ein Informationszentrum. In den Tiefen des Waldes gibt es auch heute noch viele Tiere. Besonders Wildschweine, „Schwarzkittel“, kann man auf dem ganzen Rennsteig antreffen. Normalerweise sind die Tiere recht scheu und verstecken sich tagsüber im Unterholz. Nur der aufgewühlte Boden rechts und links des Weges zeigt, dass hier Wildschweine unterwegs waren. Vorsichtig sein sollte man im Frühjahr, wenn die Bache mit ihren Frischlingen unterwegs ist. Den kleinen und beschaulichen Ort Friedrichshöhe erreicht man durch ein steiniges Flussbett. Hier ist unbedingt auf gutes Schuhwerk zu achten. Der Ort selbst, einst die kleinste Gemeinde der ehemaligen DDR, ist eine Sackgasse und liegt idyllisch von Wiesen und Wäldern umgeben. Einst gegründet von Glasmachern, wurde die Glashütte nach nicht einmal 50 Jahren wieder aufgegeben. Die hohen Niederschlagsmengen, die in der Region niedergehen, fließen gleich drei verschiedenen Flüssen zu. (Elbe, Main und Rhein) Um auf diese Wasserscheide hinzuweisen, wurde im Jahre 1906 der „Dreistromstein“ errichtet. Dieser Obelisk besteht aus unterschiedlichen Gesteinen, jeweils typisch für die Region der Stromgebiete.

Ausblick Großer Beerberg auf den Thüringer Wald

Ausblick vom Großen Beerberg

Ehemalige innerdeutsche Grenze bei Brennersgrün

Ehemalige Grenze bei Brennersgrün

Schieferhäuser bei Brennersgrün

Schieferhäuser in Brennersgrün

Der Rennsteig: Brennersgrün – Schieferhäuser – Blankenstein

Vorbei an einem alten Schieferbruch schlängelt sich der Weg nun an kleinen und verträumten Ortschaften entlang. Bei Brennersgrün passiert man die ehemalige innerdeutsche Grenze. Hier sind die Steinplatten des Grenzweges noch gut zu erkennen. Die Unberührtheit des Grenzstreifens wurde im Projekt „Grünes Band“ genutzt, dem größten Biotopverbund Deutschlands und Heimat vieler Pflanzen und Tierarten. Der Ort Brennersgrün liegt auf einem Hochplateau des Thüringer Schiefergebirges und war zur Zeit der ehemaligen DDR eigentlich nicht zugänglich, da er im Grenzgebiet lag. Beeindruckend sind sicherlich die vielen Schieferhäuser, die dem Ort sein typisches Erscheinungsbild geben. Durch die unterschiedliche Anordnung der Schieferdeckung wird jedem Haus ein individuelles Aussehen verliehen. Immer öfter öffnet sich nun der Wald und bietet Ausblicke auf Wiesen und Wälder während man den Kammweg verlässt und das Ende des Rennsteigs näher rückt. Blankenstein, als ehemaliges Rittergut erstmals im 14. Jahrhundert erwähnt, ist der Endpunkt des Rennsteigs. Eine Schautafel und ein Gedenkstein markieren das Ende des Weges. Ganz im Sinne der Tradition müssen Sie nun noch den Stein, den Sie in Hörschel mitgenommen haben, in die Saale werfen.

Die Ferienwohnung Rote Villa in Themar ist ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen auf dem Rennsteig. Eisenach, Oberhof und Neuhaus sind mit dem Auto schnell zu erreichen. Gerne geben wir Ihnen Tipps für Ihren Ausflug und helfen bei der Organisation.