Was kann man in Eisenach unternehmen?

Die Stadt Eisenach liegt, eingebettet in vier Täler, zu Füßen der Wartburg. Den Namen der Stadt verbindet man noch heute mit den Namen Luther, Bach, Goethe und Wagner. Das Wahrzeichen der Stadt, die Wartburg, zählt heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Hier übersetze Martin Luther das Neue Testament ins Deutsche und ermöglichte so eine vereinheitlichte deutsche Schriftsprache. Die Burg kann heute besichtigt werden. Besonders der mittelalterliche Palas und das Museum sind einen Besuch wert. Ganzjährig finden hier auch Konzerte und Veranstaltungen statt.

Die Frontansicht der Wartburg

Bei einem Aufenthalt auf der Wartburg sollte man aber auch der Stadt Eisenach einen Besuch abstatten. Viele historische Gebäude und Museen gibt es zu entdecken. Das Lutherhaus, das Bachhaus, der Markt mit angrenzendem Rathaus und Stadtschloss sind nur einige Sehenswürdigkeiten der Stadt.

In direkter Umgebung von Eisenach kommen aber auch Wanderfreunde auf ihre Kosten. Die Drachenschlucht, eine fast 200 m lange Klamm über einem Bach, bietet ein einzigartiges Naturschauspiel. Hier hat sich das Wasser direkt unterhalb der Wartburg durch den Fels gegraben und einen beinahe mystischen Ort geschaffen. Insgesamt gibt es in und um Eisenach fast 50 verschiedene Routen, die nur darauf warten entdeckt zu werden.

Blich auf die Wartburg in Eisenach

Was sollte man in Eisenach unbedingt sehen?

  • Wartburg
  • Bachhaus
  • Georgenkirche
  • Nikolaikirche
  • Drachenschlucht
  • Landgrafenschlucht

Die Wartburg – auf den Spuren Luthers

Die Wartburg zählt sicherlich zu den bekanntesten Burgen und den geschichtsträchtigsten Orten in ganz Deutschland. Den meisten ist sie bekannt durch den Aufenthalt Luthers. Er fand hier als Junker Jörg von 1521 – 1522 Zuflucht, nachdem er sich weigerte seine 95 Thesen zu widerrufen. Da Luther geächtet und für vogelfrei erklärt wurde, musste er sich verstecken.

Die Zeit nutze er um zunächst das Neue und später auch das Alte Testament zu übersetzen. Um die Übersetzungsfehler aus der Vulgata zu vermeiden, übersetze er direkt aus dem Griechischen und Hebräischen. Der Einfluss der Luther Übersetzung ist nicht zu unterschätzen, prägt sie doch bis heute unsere Sprache im gesamten deutschen Sprachraum.

Fast 300 Jahre später, im Jahre 1817 wurde die Wartburg wieder Zeuge eines historischen Ereignisses. Auf dem Wartburgfest feierten fast 500 Studenten und einige Professoren den Jahrestag des Thesenanschlags und gedachten der Völkerschlacht bei Leipzig. Man wählte die Wartburg, da sie in der Nähe von Jena lag, dem Gründungsort der ersten Burschenschaft. Zusätzlich wollte man auch das Andenken Luthers und seine Bedeutung für die deutsche Sprache ehren.

Das Ziel war es, das Verfassungsversprechen der deutschen Fürsten einzuklagen und gegen die Restaurationspolitik des Deutschen Bundes zu demonstrieren. Man verlieh dem ganzen Nachdruck indem man die Bundesakte zerriss, das preußische Polizeigesetz verbrannte und auch Bücher von Klopstock und Haller auf den Scheiterhaufen warf. Das Zeichen war eindeutig. Die Teilnehmer traten ein für liberale Ideen, wie Meinungsfreiheit und ein geeinigtes Deutschland mit einer Verfassung. Ihnen gegenüber standen die herrschenden Fürsten, die im Zeichen der Restauration an ihren Besitzständen und Vorrechten festhielten.

 

Der Weg auf die Wartburg

Wer die Wartburg besichtigen möchte, der sollte gut zu Fuß sein, es fahren aber auch Busse aus der Innenstadt. Der Fußweg beginnt in der Stadt und man kommt zunächst durch ein schönes Villenviertel, bevor man dann in ein Waldstück abbiegt. Kurz unter der Burg, gleich an der Eselsstation endet der Weg. Am Ende des Parkplatzes steht ein 15 minütiger Marsch an, der auch einige Treppenstufen beinhaltet. Der Aufstieg lohnt allemal, hat man vom höchsten Punkt doch einen fantastischen Ausblick.

Geschichtsinteressierten wird ein Besuch der Ausstellung und des Museum empfohlen. Von der Ausstattung ist leider nicht mehr viel erhalten aber durch Zukäufe konnte das Museum eine ansehnliche Sammlung erwerben. Hier findet man viele Exponate aus der Zeit der Reformation, darunter Bilder von Lucas Cranach dem Älteren.

Höhepunkt der Wartburgführung ist sicherlich die Lutherstube in der er mehrere Abhandlungen verfasste und die Bibel übersetze. Ein Tintenfleck an der Wand zeugt vom Kampf des Reformators mit dem Teufel. Die touristische Unsitte von jedem Ort ein kleines Souvenir mitzunehmen, haben dazu geführt, dass von der ursprünglichen Ausstattung fast nichts mehr erhalten ist. Einzig der Walwirbel, der Luther als Fußbank diente, ist noch original.

Die Wartburg

Johann Sebastian Bach

Thüringer Wald bei Eisenach

Thüringer Wald

Das Bachhaus in Eisenach

Johann Sebastian wurde am 21. März 1685 in Eisenach geboren verbrachte hier seine ersten zehn Lebensjahre. Sein mutmaßliches Geburtshaus gehört mit einer Ausstellungsfläche von über 600 qm zu den wohl größten Museen, die sich dem Leben von Bach widmen. Die Ausstellung schafft es auf ungewöhnliche Art und Weise alte Instrumente und hochmoderne Klänge miteinander zu verbinden. Zu den über 250 Ausstellungstücken zählen viele originale Musikinstrumente und Bilder der Familie Bach. Das Haus ist geteilt in einen Altbau und den Museumsneubau. An vielen Hörstationen kann man den Klängen Bachs lauschen. Eine 30 minütige Präsentation informiert über das Leben und Wirken Bachs. Das Highlight ist sicherlich das Live-Konzert auf barocken Instrumenten. Für die Ausstellung sollten Sie mindestens 2 Stunden einplanen. Im Eintrittspreis inbegriffen ist eine 15 minütige Vorführung. Für Kinder ist der Besuch im Bachhaus nur bedingt zu empfehlen, da die Ausstellung sehr theorie- und textlastig ist. Wer klassische Musik mag und Interesse am Leben von Bach und seiner Zeit hat, kommt um einen Besuch nicht herum.

Die Stadt Eisenach – Kultur und Kulinarisches

Der Name der Stadt Eisenach ist nicht nur Bach und Luther. Hier entstand ebenso das erste Automobil der Marke BMW und auch weniger bekannte Persönlichkeiten bieten Einblicke in eine lebendige und bewegte Geschichte. Georg Friedrich Telemann arbeitete einige Zeit als Hofkapellmeister in der Stadt. Ernst Abbe, Physiker und Sozialreformer, verbrachte seine Jugend hier und auch Goethe weilte öfter in der Stadt.

Wenn nur begrenzt Zeit zur Verfügung steht, sollte man sich zunächst in der Touristeninformation am Markt informieren. Ein Abstecher ins Stadtschloss, das die Touristeninformation beherbergt, lohnt auf jeden Fall. Einst diente es als Residenz des Herzogs, heute beherbergt das barocke Schloss das Thüringer Museum. Wer am Samstag an der kostenlosen Führung durch die Altstadt teilnimmt, kann auch das Schloss besichtigen. Zu den Exponaten zählen Gemälde und Grafiken rund um die Stadt Eisenach und die Wartburg, aber auch Gläser und Porzellan. Ständig wechselnde Ausstellungen runden das Angebot ab.

Die Reuter-Wagner-Villa am Fuße der Wartburg, erbaut im Stil der Neorenaissance, bildet eine römische Villa nach. Ein beeindruckendes Gebäude, das sich der Dichter Reuter als Altersresidenz errichten ließ. Im Haus befindet sich die größte Wagnersammlung außerhalb Bayreuths. Weiter auf dem Weg, im südlichen Teil der Altstadt, liegt eine Gedenkstätte im ehemaligen Gasthof Goldener Löwe. Hier hielt im Jahre 1869 die SDAP, in der weiteren Entwicklung SPD, ihren Gründungskongress ab. Verschiedene Dauerausstellungen unter anderem zu August Bebel, können besichtigt werden.

Am Johannisplatz steht das „Schmale Haus“, das mit einer Breite von wenige als 2 Metern, eines der schmalsten immer noch bewohnten Häuser Deutschlands ist. Durch die Fußgängerzone kommt man zum Nikolaitor, dem letzten mittelalterlichen Stadttor Deutschlands. Auf dem Karlsplatz finden Sie die im Jahre 1180 errichtete Nikolaikirche und auf dem Marktplatz die Georgenkirche. In dieser Kirche wurde die Heilige Elisabeth getraut und Johann Sebastian Bach getauft.

Einen guten historischen Überblick über die Stadt erhält man während einer Stadtführung. Neben der Reformationsgeschichte, wird auch Eisenachs Rolle als Zentrum der Musik und der Automobilbau thematisiert. Auch kulinarisch lohnt die Reise in die Wartburgstadt. Im Zentrum finden Sie viele Möglichkeiten zum Einkehren. Probieren sollten Sie unbedingt die echten Thüringer Klöße mit Braten, das typische Sonntagsgericht in Thüringen.

Wandern um Eisenach

Im Süden Eisenachs, auf der Göpelskuppe, steht das 33m hohe Burschenschaftsdenkmal. Es wurde im Jahr 1902 eingeweiht und kann heute wieder besichtigt werden. Über eine Treppe erreicht man die sechs Balkone, von denen man eine fantastische Aussicht auf die Stadt Eisenach, die Wartburg und den Thüringer Wald hat.  Wer dem Waldweg weiter Richtung Mosbacher folgt, kommt bald wieder zu einem Aussichtspunkt, der einen fantastischen Blick bietet. Folgt man den Schildern, kann man einen Abstecher in die Landgrafenschlucht nehmen. Festes Schuhwerk ist auf den teilweise sehr rutschigen Wegen unbedingt erforderlich.

Burschenschaftsdenkmal in Eisenach

Die Schlucht ist ein einzigartiges Naturschauspiel, mal ist der Weg so schmal, dass man sich kaum hindurchzwängen kann, mal wird er wieder etwas breiter. Über mehrere Millionen Jahre hat die Kraft des Wassers diese Schlucht auf einer Länge von 2 Kilometern Länge geformt. Glaubt man der Sage, dann hat sich in dieser Schlucht Friedrich der Gebissene versteckt um gegen seinen Vater, den Landgraf auf der Wartburg zu kämpfen. Grund war ein Streit um die Erbfolge.

Die Ferienwohnung Rote Villa in Themar liegt etwa eine Autostunde von Eisenach entfernt. Ein Tagesausflug in diese geschichtsträchtige Stadt  ist ein Muss für jeden Urlaub in Thüringen.